Ratgeber · 26. September 2026

Jackery: die Modellpalette 2026 im Überblick

Kurz gefasst

Jackery führt eine einzige Reihe, den Explorer, von 99 Wattstunden bis 3.072. Die Generationsziffer sagt mehr als der Name: Die v2-Modelle sind kleiner und leichter als ihre Vorgänger. Vier Dinge sollte man vor dem Kauf wissen. Die beworbene Ladung in einer Stunde ist der Notlademodus über die App, regulär am Netz sind es 1,7 Stunden. Die Zyklen misst Jackery bis 70 Prozent Restkapazität, die Konkurrenz bis 80. Der ADAC bewertet die Explorer 1000 v2 mit mangelhaft. Und zwei Modelle aus unserem Test hat Jackery inzwischen abgekündigt.

Wohnungsflur vor der Abfahrt mit gepackter Reisetasche, Kühltasche und einer Kabeltrommel neben der Wohnungstür
KI-generiertes Bild

Eine Reihe, viele Größen

Jackery macht es einfacher als die Konkurrenz: Es gibt nur eine Baureihe, den Explorer. Was danach kommt, ist die ungefähre Kapazität in Wattstunden, gefolgt von der Generation.

Explorer 240 heißt also: rund 240 Wattstunden. Das v2 dahinter steht für die zweite Generation, die kleiner und leichter ist als die erste bei gleicher Kapazität. Ein Plus im Namen bedeutet, dass sich das Gerät mit Zusatzbatterien erweitern lässt. Und wenn irgendwo „Solar Generator” steht, ist das kein eigenes Gerät, sondern die Powerstation im Bündel mit einem Solarmodul.

Modell Kapazität Dauerleistung
Explorer 100 Plus 99 Wh128 W
Explorer 240 v2 256 Wh300 W
Explorer 300D 288 Wh300 W
Explorer 300 Plus 288 Wh300 W
Explorer 500 v2 512 Wh500 W
Explorer 1000 v2 1.070 Wh1.500 W
Explorer 1000 Plus 1.264 Wh2.000 W
Explorer 2000 v2 2.042 Wh2.200 W
Explorer 3000 v2 3.072 Whk. A.
Quelle: Jackery EU, Produktseiten · 29.08.2026
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Zwei dieser Modelle führt Jackery nicht mehr, und es sind ausgerechnet zwei, die wir selbst bewertet haben. Zum Explorer 1000 Plus schreibt der Hersteller auf der eigenen Produktseite: „This product is no longer available. Recommended: Explorer 1000 v2.” Beim Explorer 300 Plus steht derselbe Satz, dort mit Verweis auf das Bündel aus Gerät und Solarmodul. Beide sind aus unseren Kaufempfehlungen heraus, in der Bestenliste bleiben sie zum Vergleich stehen.

Was wir selbst durchgerechnet haben

Modell Kapazität Dauerleistung Gewicht Solar Netzladung Punkte
Explorer 1000 Plus 1.264 Wh2.000 W14,5 kg800 W102 Min.7,2
Explorer 1000 v2 1.070 Wh1.500 W10,8 kg400 W102 Min.6,8
Explorer 2000 v2 2.042 Wh2.200 W17,5 kg400 W103 Min.6,6
Explorer 300 Plus 288 Wh300 W3,75 kg100 W120 Min.5,5
Quelle: Eigene Datenblätter, gegen die Herstellerseiten geprüft · 29.08.2026
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Die Stärke der Reihe steht in der Spalte Gewicht. Der Explorer 1000 v2 ist mit 10,8 Kilogramm das leichteste Gerät der 1-Kilowattstunden-Klasse in unserem Testfeld. Die Schwäche steht zwei Spalten weiter rechts: 400 Watt Solareingang, während Bluetti und EcoFlow in derselben Klasse 1.000 Watt annehmen. Und ganz rechts steht die Ladezeit, die bei allen vier Geräten über 100 Minuten liegt.

Unter den vier Geräten, die wir gerechnet haben, bleibt damit eines übrig, das wir guten Gewissens empfehlen können: Der Explorer 1000 Plus hat die höchste Punktzahl, ist aber abgekündigt. Der Explorer 1000 v2 wäre der nächste, trägt aber den ADAC-Befund. Bleibt der Explorer 2000 v2.

Vier Dinge, die man über die Zahlen wissen sollte

Die eine Stunde ist der Notfallmodus

Auf der Produktseite des Explorer 1000 v2 wirbt Jackery mit „Emergency Super Charging: Up to 7x Faster, Full Charge in as Fast as 1 Hour”. Ein paar Zeilen tiefer, in der Tabelle der Lademethoden, steht dieselbe Sache genauer aufgeschlüsselt: „Emergency Charging (via App)” ist die eine Zeile, „Wall Charging 1.7H” die nächste.

1,7 Stunden sind 102 Minuten. Das ist die Zeit, die das Gerät an einer normalen Steckdose braucht, ohne dass man in der App einen Sondermodus einschaltet. Genau dieser Wert steht in unserem Datenblatt, und deshalb liegt die Jackery bei der Ladezeit im hinteren Feld, obwohl die Werbung anderes nahelegt.

Die Zyklen zählen bis 70, nicht bis 80 Prozent

Jackery nennt für seine LiFePO4-Geräte 4.000 Zyklen. Dieselbe Zahl nennen Bluetti und EcoFlow für mehrere ihrer Modelle. Der Unterschied steht im Kleingedruckten: Jackery misst bis 70 Prozent Restkapazität, die beiden anderen bis 80.

Ein Akku, der noch 80 Prozent hat, ist weniger gealtert als einer mit 70. Dieselbe Zyklenzahl unter der milderen Bedingung ist deshalb die schwächere Aussage. Umrechnen kann man das nicht: Wie viele Zyklen ein Jackery-Gerät bis 80 Prozent schafft, veröffentlicht der Hersteller nicht.

Der ADAC-Befund zur Explorer 1000 v2

Der ADAC hat die Explorer 1000 v2 getestet und mit der Gesamtnote 5,0 bewertet, also „mangelhaft”. Der Grund ist kein Leistungsdefizit, sondern ein Sicherheitsbefund: Die beiden DC-Eingänge des Geräts sind nicht voneinander entkoppelt. Sicherheits- und Gesamtnote wurden deshalb abgewertet.

Wir nennen das hier, weil unsere eigene Bewertung diesen Punkt nicht sehen kann. Sie rechnet aus Datenblattwerten und misst, was auf dem Papier steht. Ein Institut, das ein Gerät auf den Tisch stellt und aufschraubt, findet Dinge, die dort nie stehen. Beide Urteile stehen deshalb nebeneinander, statt dass eines das andere still überstimmt.

Zwei runde Pins statt Schuko

Auf den Produktseiten des europäischen Jackery-Shops steht ein Satz, den man leicht überliest: „This product in our store is equipped with Europlug(s) featuring two round pins.”

Gemeint sind die Steckdosen am Gerät. Ein Eurostecker-Kontakt nimmt flache Stecker ohne Schutzkontakt auf. Ein Schuko-Stecker, wie ihn Wasserkocher, Bohrmaschine oder Kühlschrank haben, passt dort nicht hinein.

Ob das für jedes Gerät bei jedem Händler gilt, lässt sich von außen nicht sagen; die Ausführungen unterscheiden sich zwischen Vertriebswegen. Sicher ist nur, was Jackery für den eigenen EU-Shop schreibt. Wer die Station für Haushaltsgeräte kaufen will, sollte die Buchsen auf den Produktfotos ansehen, bevor er bestellt.

Welches Modell wofür

Handy, Kamera, Laptop unterwegs. Explorer 100 Plus oder Explorer 240 v2. Das sind Powerbanks mit Steckdose, keine Notstromversorgung.

Wochenende mit Kühlbox. Explorer 500 v2. 512 Wattstunden tragen Kühlbox und Licht über zwei Tage, das Gerät bleibt tragbar.

Camper mit Küche. Explorer 1000 v2. Das leichteste Gerät seiner Klasse, aber mit 400 Watt Solareingang und 102 Minuten Ladezeit die langsamste Nachladung im Vergleichsfeld. Wer viel mit Modulen arbeitet, sollte sich die Alternativen ansehen.

Notstrom für die Wohnung. Explorer 2000 v2 mit 2.042 Wattstunden. Mit 17,5 Kilogramm ist er das leichteste Gerät der 2-Kilowattstunden-Klasse in unserem Test, deutlich leichter als die Bluetti Elite 200 V2 (24,2 kg) und die EcoFlow DELTA 2 Max (23 kg).

Hausnotstrom über Tage. Explorer 3000 v2. Den haben wir nicht geprüft, er liegt oberhalb unseres Testfelds.

Häufige Fragen

Welche Jackery-Modelle gibt es 2026 in Europa?

Im europäischen Jackery-Shop stehen der Explorer 100 Plus mit 99 Wattstunden, der Explorer 240 v2 mit 256, der Explorer 300D mit 288, der Explorer 500 v2 mit 512, der Explorer 1000 v2 mit 1.070, der Explorer 2000 v2 mit 2.042 und der Explorer 3000 v2 mit 3.072 Wattstunden. Der Explorer 1000 Plus und der Explorer 300 Plus sind dort nicht mehr erhältlich; Jackery verweist beim 1000 Plus ausdrücklich auf den Explorer 1000 v2.

Lädt die Jackery Explorer 1000 v2 wirklich in einer Stunde?

Nur im Notlademodus, den man in der App aktiviert. Jackery nennt diesen Modus selbst „Emergency Super Charging" und gibt dafür eine volle Ladung in etwa einer Stunde an. In derselben Tabelle steht für das normale Laden an der Steckdose „Wall Charging 1.7H", also 1 Stunde 42 Minuten. Wir rechnen mit den 102 Minuten, weil das der Wert ist, den man im Alltag bekommt, ohne einen Sondermodus einzuschalten.

Warum sind Jackerys Zyklenangaben nicht direkt vergleichbar?

Weil die Messschwelle eine andere ist. Jackery nennt 4.000 Zyklen bis 70 Prozent Restkapazität. Bluetti und EcoFlow nennen ihre Zyklen bis 80 Prozent, also bis zu einem Zeitpunkt, an dem noch mehr Kapazität übrig ist. Dieselbe Zahl steht damit für eine mildere Bedingung. Umrechnen lässt sich das nicht, dafür fehlt die Datengrundlage. Vergleichbar sind nur Werte mit derselben Schwelle.

Was hat der ADAC an der Jackery Explorer 1000 v2 bemängelt?

Der ADAC bewertete die Explorer 1000 v2 in seinem Powerstation-Test mit der Gesamtnote 5,0 „mangelhaft". Grund war ein Sicherheitsbefund: Die beiden DC-Eingänge sind nicht voneinander entkoppelt. Sicherheits- und Gesamtnote wurden deshalb abgewertet. Das Urteil steht neben unserer eigenen Bewertung, weil ein Institut Dinge prüft, die in keinem Datenblatt stehen.

Haben die Jackery-Geräte im EU-Shop Schuko-Steckdosen?

Nein. Jackery weist auf den Produktseiten seines europäischen Shops ausdrücklich darauf hin, dass die Geräte Eurostecker-Buchsen mit zwei runden Kontakten haben. Ein Schuko-Stecker mit Schutzkontakt passt dort nicht hinein. Wer Geräte mit Schuko-Stecker betreiben will, sollte vor dem Kauf klären, welche Ausführung der jeweilige Händler liefert.

Welche Jackery passt zum Camping?

Für Kühlbox, Licht und Handys über ein Wochenende reicht der Explorer 500 v2 mit 512 Wattstunden. Sobald ein Wasserkocher oder eine Kaffeemaschine dazukommt, braucht es den Explorer 1000 v2 oder größer. Wichtiger als die Marke ist der Solareingang: Der Explorer 1000 v2 nimmt 400 Watt an, Geräte anderer Hersteller in derselben Klasse bis zu 1.000.

Michael Dymny

Gründer und Redakteur · Veröffentlicht am 26. September 2026

Quellen

Die Bewertung entsteht aus diesen Angaben und den Datenblättern der Hersteller. Eigene Labormessungen führen wir nicht durch. Wie wir bewerten