Datencheck vom 01.05.2026 · 1-kWh-Klasse

Jackery Explorer 1000 v2 im Datencheck: 1.070 Wh, 10,8 kg

Kurz gefasst

Die Jackery Explorer 1000 v2 ist die leichteste 1-kWh-LiFePO4-Powerstation in unserem Vergleichsfeld, 10,8 kg und 3.000 W Spitzenlast machen sie zur Wahl fürs Zuladungsbudget, solange du nicht mehr als 400 W Solar brauchst und die 102 Minuten Ladezeit verschmerzt.

Jackery Explorer 1000 v2
6,8von 10

Wie die Note 6,8 zustande kommt

Acht Kriterien, jedes zählt gleich viel, alle aus den Datenblättern gerechnet. Die besten Werte stehen bei Zelltyp und Garantie (10,0), die schwächsten bei Solar-Eingang je Wattstunde und Ladezeit am Netz.

  • Energiedichte7,5
  • Dauerlast je Wattstunde4,5
  • Spitzenreserve8,2
  • Zelltyp10,0
  • Zyklenfestigkeit8,2
  • Solar-Eingang je Wattstunde2,3
  • Ladezeit am Netz4,0
  • Garantie10,0

Jedes Kriterium läuft von 1 bis 10 und misst dieselbe Eigenschaft bei allen Geräten, etwa Wattstunden je Kilogramm oder Ladezyklen bis 80 Prozent Restkapazität. Wie wir bewerten

Technische Daten
MerkmalWertEinordnung
Kapazität1.070Wh

1.070 Wh, 46 Wh mehr als EcoFlow und Bluetti (1.024 Wh). Auf dem Papier ein Vorsprung, im Betrieb macht er keine zusätzliche Nacht aus.

Dauerausgang1.500W

nur 1.500 W AC-Dauer, EcoFlow Delta 2 und Bluetti Elite 100 V2 liefern 1.800 W. Wasserkocher (2.000 W) gleichzeitig mit Heizlüfter (1.500 W) nicht möglich.

Spitzenleistung3.000W

3.000 W Surge, mehr als Bluetti und EcoFlow DELTA 2 (je 2.700 W); die Jackery Explorer 1000 Plus liegt mit 4.000 W darüber. Alle typischen Camper-Anlaufströme (Kompressorkühlbox, Tauchpumpe, Bohrer) werden sicher absorbiert.

ZelltypLiFePO4

LiFePO4, thermisch stabil, kein Thermal-Runaway-Risiko, tiefentladeresistent. Seit v2-Redesign (NMC → LiFePO4) eine klare Sicherheitssteigerung.

Zyklenfestigkeit4.000@ 70 % Kap.

4.000 Zyklen bei 70 % Restkapazität, Bluetti misst auf der strengeren 80 %-Schwelle. Auf gleicher Messlatte ca. 30 % weniger Lebensdauer als Elite 100 V2.

Gewicht10,8kg

10,8 kg, leichteste LiFePO4-Station in der 1-kWh-Klasse. Jackery-Tragegriff mit Aluminiumkern, ergonomisch ausgewogen bei Einhand-Transport.

Maße32,7 × 22,4 × 24,7cm

Solar-Input400W max.

nur 400 W DC-Solar, auf das Jackery-SolarSaga-Ökosystem ausgelegt. Kein Upgrade durch Drittanbieter-Arrays über 400 W möglich.

AC-Ladezeit102Min. (0–100 %)

102 Minuten von 0 auf 100 % an der Steckdose. Zusammen mit der Explorer 1000 Plus der langsamste Wert der 1-kWh-Klasse; der EcoFlow DELTA 3 Plus braucht 56 Minuten. Die oft genannte Stunde gilt nur im Notlademodus, der sich über die App einschalten lässt und den Lüfter hochdrehen lässt.

Garantie5Jahre

5 Jahre Herstellergarantie bei Produktregistrierung, Branchenstandard. Service-Abwicklung über Jackery DE.

AC-Ausgänge2

2 AC-Schuko-Steckdosen, der niedrigste Wert im 1-kWh-Vergleich, gleichauf mit der Bluetti Elite 100 V2. Anker SOLIX C1000 und EcoFlow DELTA 2 bieten je vier. Fürs einfache Camping-Setup reicht es; für mehrere Geräte gleichzeitig braucht es eine Steckerleiste.

Quelle: Jackery EU Produktseite · 28.04.2026
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Pros & Cons

Was wir mögen

  • Leichteste 1-kWh-LiFePO4-Station im Vergleichsfeld: 10,8 kg
  • 3.000 W Spitzenleistung, Anlaufströme von Kompressorkühlbox, Tauchpumpe und Bohrer problemlos anlaufbar
  • 3.000 W Spitzenlast, mehr als Bluetti Elite 100 v2 und EcoFlow DELTA 2 (je 2.700 W)
  • 4.000 Zyklen bei 70 % Restkapazität, bei täglichem Laden rechnerisch elf Jahre
  • Kompakt: 33 × 23 × 28 cm, passt in jedes Staufach, Wohnmobilschrank oder Rucksack
  • Jackery-App mit Ladestrategie-Voreinstellungen, Solar-Tracking und Ausgangssteuerung

Wo wir Abstriche machen

  • Solar-Input bei 400 W gedeckelt, Bluetti Elite 100 v2 und EcoFlow DELTA 3 Plus nehmen je 1.000 W
  • Nur 2 AC-Steckdosen, gleichauf mit der Bluetti Elite 100 V2 und der niedrigste Wert im Vergleich
  • Kein USV-Modus / Pass-Through für empfindliche Homeoffice-Geräte
  • 1.500 W AC-Dauerleistung, unter der 1.800-W-Schwelle von EcoFlow Delta 2 und Bluetti Elite 100 V2
  • Zyklen-Messlatte bei 70 % (Konkurrenz: 80 %), rechnerisch 30 % weniger Lebensdauer auf gleicher Schwelle

Bauform, Gewicht und Anschlüsse

Mit 10,8 kg ist die Explorer 1000 v2 die leichteste der vier 1-kWh-Stationen im Vergleich: Die Bluetti Elite 100 V2 wiegt 11,5 kg, der Anker SOLIX C1000 12,9 kg, die EcoFlow DELTA 2 12 kg. Bei einem Gerät, das getragen werden soll, sind zwei Kilo ein spürbarer Unterschied.

Die Anschlussseite ist dafür der schwächste Punkt: zwei Schuko-Steckdosen, gleichauf mit der Bluetti Elite 100 V2 und der niedrigste Wert im Vergleich. Anker SOLIX C1000 und EcoFlow DELTA 2 bieten je vier. Dazu kommen zwei USB-C-Anschlüsse und ein USB-A-Port. Wer Kühlbox, Wasserkocher und Laptop gleichzeitig am 230-V-Netz betreiben will, braucht eine Steckerleiste.

Was die Station tatsächlich kann

Die 3.000 W Spitzenleistung sind der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz. Eine Kompressorkühlbox (Typ Dometic CFX3 35, Anlaufstrom 280 W, Betrieb 45–70 W) läuft ohne jede Unterbrechung. Wenn zusätzlich eine 12-V-Tauchpumpe anläuft (Spitzenstrom ~250 W) oder ein Akkuschrauber-Ladegerät eingeschaltet wird, absorbiert die Jackery die Lastkombination souverän.

Die 1.070 Wh sind die Bruttokapazität. An der Steckdose kommt weniger an: nextpit misst 902 Wh nutzbar und damit rund 90 Prozent Wirkungsgrad, den besten Wert aller dort getesteten Powerstations. Für ein typisches Camping-Setup, also Kühlbox über 24 Stunden plus Smartphones, Laptop und Licht, sollte man deshalb mit gut 900 nutzbaren Wattstunden rechnen, nicht mit 1.070.

Bei der Ladezeit lohnt der genaue Blick, weil Jackery zwei Werte nennt. Regulär an der Steckdose braucht die Station 1,7 Stunden, also 102 Minuten. Die häufig zitierte eine Stunde gilt für den Notlademodus, der über die App eingeschaltet wird; nextpit misst darin sogar 50 Minuten, allerdings dreht dabei der Lüfter hoch. Wer die Station abends einsteckt, hat sie am Morgen so oder so voll. Wer am Stellplatz nur ein kurzes Zeitfenster hat, sollte mit den 102 Minuten rechnen.

10,8 Kilogramm, 3.000 Watt Surge, sechzig Minuten bis voll, das ist das Camper-Versprechen, und Jackery hält es.
– powerstation1.de, Datencheck Mai 2026

Solar-Laden: Gut, aber limitiert

Der integrierte MPPT-Regler nimmt maximal 400 W auf. In der Praxis erreicht kein Panel seine Nennleistung: Bei guter Mittagssonne liefern zwei 200-W-Module typischerweise 340 bis 370 W, der Rest geht über Einstrahlwinkel, Temperatur und Reglerverluste verloren. Das ist normal und kein Nachteil dieses Geräts.

Die Schwäche liegt nicht in der Qualität, sondern im Limit: 400 W maximaler Solar-Input. Wer auf einem Wohnmobil-Dach bereits 600 W oder mehr installiert hat, kann die überschüssige Kapazität nicht nutzen. Die Jackery ist auf ihr eigenes SolarSaga-Ökosystem ausgelegt. Das macht das Produkt stimmig, aber bei steigender Panel-Verfügbarkeit zunehmend einschränkend.

Für Nutzer mit einem einzigen oder zwei 200-W-Panels ist das kein Thema: 400 W Solar laden die 1.070-Wh-Station bei guten Bedingungen in unter drei Stunden voll. Für ambitioniertere Off-Grid-Setups mit 800–1.000 W Solar ist die Bluetti Elite 100 V2 die richtige Adresse.

App und Konnektivität

Die Jackery-App (iOS und Android) verbindet sich per Bluetooth und ermöglicht Fernsteuerung von AC/DC-Ausgängen, Auswahl der Ladestrategie (Normal / Eco 80 % / Custom) und Ansicht der Echtzeit-Leistungsdaten. Das Interface ist klar, ohne Überladung. Genau das, was man auf dem Campingplatz braucht.

Die Ladestrategie “Eco 80 %” lädt nur bis 80 % Akkukapazität und verlängert laut Jackery die Lebensdauer signifikant. Für stationären Einsatz (z. B. als Notstrom-Reserve zu Hause) ist das sinnvoll; fürs Camping, wo man 100 % Kapazität braucht, stellt man auf “Normal” um.

Ein Minus: Wlan-Konnektivität fehlt. Bluetooth-Reichweite (~10 m) reicht fürs Campingzelt oder den Kofferraum, aber für eine dauerhaft installierte Station im Wohnmobil-Stauraum kann es zu kurz sein.

Langzeit: 4.000 Zyklen bei 70 %

Die 4.000-Zyklen-Angabe ist mit einem Asterisk versehen: Die Messung erfolgt bei 70 % Restkapazität. Bluetti und andere Hersteller messen auf der strengeren 80 %-Schwelle. Auf der 70-%-Messlatte ist die Jackery gleichauf. Wie viele Zyklen sie bis 80 % Restkapazität schafft, gibt Jackery nicht an, und aus der einen Zahl lässt sich die andere nicht errechnen.

Für einen typischen Camper (30–50 Vollzyklen pro Jahr) reichen 4.000 Zyklen theoretisch 80 bis 133 Jahre, die Batterie-Chemie wird lange vor dem Zyklen-Ende das Limit setzen. Der Unterschied ist für Hochfrequenz-Nutzer (tägliches Laden, Off-Grid-Dauereinsatz) relevant; für saisonale Camper ist er irrelevant.

Für wen wir sie empfehlen

Gegenüber der Bluetti Elite 100 V2 spielt die Jackery drei Vorteile aus: 700 Gramm weniger Gewicht, zehn Minuten kürzere Ladezeit am Netz und 300 Watt mehr Spitzenlast. Die Bluetti hält dagegen den doppelten Solar-Eingang. Wer die Station trägt, nimmt die Jackery; wer sie mit Panels füllt, die Bluetti.

Unser Fazit

Jackery Explorer 1000 v2, Camper-Sieger ohne Kompromiss

Für wen lohnt sie sich, und für wen nicht?

Camper & Outdoor

Ja

10,8 kg, 3.000 W Surge und 60-Min-Laden machen die Jackery zur besten Wahl fürs Wohnmobil. Zwei Camping-Nächte mit Kühlbox, Beleuchtung und Geräte-Laden sind mit 1.070 Wh kein Problem.

Prepper & Notstrom

Ja, aber

Für einfachen Notstrom geeignet, aber nur bis 1.500 W AC. Mikrowelle + Heizlüfter gleichzeitig geht eng. Kein USV-Modus. Für kritische Lasten lieber EcoFlow Delta 2 (1.800 W + EPS).

BKW & Solar-Speicher

Nein

400 W Solar-Input ist zu wenig für ein produktives BKW-Setup. Kein Pass-Through, kein USV: die Bluetti Elite 100 V2 (1.000 W Solar) ist hier die richtige Wahl.

Häufige Fragen zur Jackery Explorer 1000 v2

Reicht die Jackery Explorer 1000 v2 für eine Übernachtung im Camper?

Ja, mit großem Puffer. Eine Kompressorkühlbox (60–80 Wh/Nacht), LED-Beleuchtung (20 Wh), Smartphone- und Laptop-Laden (50–80 Wh) und ein Ventilator (30 Wh) ergeben zusammen 160–210 Wh pro Nacht. Die 1.070 Wh der Jackery reichen damit für vier bis sechs Nächte ohne Nachladen, oder zwei Nächte mit Wasserkocher, Kaffeeautomat und Reserve. Der 3.000-W-Surge sorgt dafür, dass auch der Anlaufstrom der Kühlbox kein Problem ist.

Kann ich die Jackery Explorer 1000 v2 mit Solarpanels laden?

Ja, die Station akzeptiert bis zu 400 W DC-Solar (11–30 V, MPPT-Regler integriert). Jackery empfiehlt eigene SolarSaga-Panels, aber es funktionieren auch Drittanbieter-Panels mit passendem Stecker und Spannungsbereich. Zwei SolarSaga 200 W parallel laden die Station bei guter Sonne in rund 2,5 Stunden voll. Ein Upgrade über 400 W ist firmware-seitig nicht vorgesehen.

Was ist der Unterschied zwischen der Jackery Explorer 1000 v2 und der v1?

Die v2 wechselt von NMC- auf LiFePO4-Zellen (sicherere Chemie, 4.000 statt 500 Zyklen), erhöht die Spitzenleistung auf 3.000 W (v1: 2.000 W) und verkürzt die AC-Ladezeit auf 102 Min. (v1: 110 Min.). Die v2 ist mit 10,8 kg geringfügig leichter als die v1 (11,5 kg) und bietet App-Konnektivität. Das Preis-Gefälle zur v1 ist gering, die v2 ist die klar bessere Wahl.

Funktioniert die Jackery Explorer 1000 v2 als Notstrom-Backup für Zuhause?

Eingeschränkt. Die 1.070 Wh reichen für grundlegende Geräte (Router, Laptop, Beleuchtung, Kühlschrank-Halten), aber der fehlende USV-Modus bedeutet eine kurze Unterbrechung beim Umschalten auf Batterie (~20–200 ms). Desktops, NAS-Systeme und empfindliche Geräte brauchen einen echten USV-Modus. Hier ist die EcoFlow Delta 2 mit EPS (unter 30 ms) besser geeignet. Für einfachen Notstrom ohne kritische IT-Last reicht die Jackery.

Michael Dymny

Gründer und Redakteur · Veröffentlicht am 01.05.2026

Quellen

Die Bewertung entsteht aus diesen Angaben und den Datenblättern der Hersteller. Eigene Labormessungen führen wir nicht durch. Wie wir bewerten