Was die unabhängigen Tests wirklich sagen
Zwei unabhängige Prüfungen gibt es: den ADAC-Test vom 11. Juni 2025 mit acht Geräten und den Test der Stiftung Warentest vom 20. Juli 2023 mit elf. Beide sind älter als die meisten Geräte, die man heute kauft. Ihr Wert liegt woanders: Sie finden Dinge, die in keinem Datenblatt stehen. Der ADAC hat zwei Geräte mit mangelhaft bewertet, weil ihre DC-Eingänge nicht entkoppelt sind. Das ist ein Sicherheitsbefund, den keine Rechnung aus Herstellerangaben je gefunden hätte.
Zwei Tests, und beide sind älter als der Markt
Wer nach einem Powerstation-Test sucht, findet vor allem Bestenlisten von Händlern und Vergleichsportalen. Unabhängige Prüfungen mit eigenem Labor gibt es genau zwei, und beide haben ein Datum, das man kennen sollte.
Der ADAC hat am 11. Juni 2025 acht Geräte geprüft. Bewertet wurden Handhabung mit 35 Prozent, Funktion mit 35 Prozent und Ausstattung mit 30 Prozent, dazu Sicherheitsprüfungen auf Kurzschlussfestigkeit und Überlastabschaltung.
Stiftung Warentest hat am 20. Juli 2023 elf Geräte geprüft, mit 400 bis 644 Wattstunden Kapazität und 300 bis 700 Watt Dauerleistung. Fünf davon bekamen die Note gut. Ein neuerer eigenständiger Test liegt nicht vor.
Das heißt für die Praxis: Für die Klasse, die heute den Markt bestimmt, also ein bis zwei Kilowattstunden, gibt es nur ein einziges unabhängiges Prüfergebnis, und das ist von 2025.
Was der ADAC gefunden hat
| Modell | Note | Urteil |
|---|---|---|
| Bluetti AC180P | 2,0 | gut |
| EcoFlow Delta 3 Plus | 2,1 | gut |
| Allpowers R1500 | 2,5 | gut |
| Anker Solix C800 Plus | 2,5 | gut |
| DJI Power 1000 | 2,6 | befriedigend |
| Fossibot F1200 | 2,7 | befriedigend |
| Ective BlackBox 10 | 5,0 | mangelhaft |
| Jackery Explorer 1000 v2 | 5,0 | mangelhaft |
| Quelle: ADAC, Mobile Powerstations im Test · 11.06.2025 | ||
Die beiden Fünfen sind der wichtigste Teil dieses Tests. Sie stehen nicht für schwache Leistung, sondern für einen Sicherheitsbefund: Beide Geräte haben zwei DC-Eingänge, die nicht voneinander entkoppelt sind. Nach Darstellung des ADAC kann das zu Schäden am 12-Volt-Bordnetz führen, wenn beide Eingänge gleichzeitig belegt werden. Sicherheits- und Gesamtnote wurden deshalb abgewertet.
Man findet diesen Befund in keinem Datenblatt. Er entsteht erst, wenn jemand das Gerät aufschraubt und misst.
Warum unsere Punktzahl anders ausfällt
Wir rechnen aus acht Kriterien, alle aus Datenblattwerten: Energiedichte, Dauerlast je Wattstunde, Spitzenreserve, Zelltyp, Zyklenfestigkeit, Solareingang je Wattstunde, Ladezeit am Netz und Garantie. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht auf der Methodik-Seite.
Das führt zu Abweichungen, die man erklären muss statt sie zu verstecken.
| Modell | Institut | unsere Punkte |
|---|---|---|
| Bluetti AC180P | ADAC 2,0 (Testsieger) | 5,9 |
| EcoFlow DELTA 3 Plus | ADAC 2,1 | 8,3 |
| Jackery Explorer 1000 v2 | ADAC 5,0 | 6,8 |
| EcoFlow River 2 Max | Warentest 2,1 | 6,4 |
| Quelle: ADAC- und Warentest-Urteile, eigene Punktzahl aus den Datenblättern · 30.08.2026 | ||
Die auffälligste Zeile ist die erste. Der ADAC-Testsieger liegt bei uns mit 5,9 im hinteren Feld. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Perspektive: Die AC180P hat 1.440 Wattstunden und 1.800 Watt, aber nur 500 Watt Solareingang und eine Ladezeit, die Bluetti nicht veröffentlicht. In unserer Rechnung kosten diese Punkte. Am Prüfstand des ADAC zählte dagegen, wie sauber das Gerät arbeitet, wie es sich bedienen lässt und ob es sicher abschaltet, und dort war es das beste im Feld.
Umgekehrt steht die Jackery Explorer 1000 v2 bei uns mit 6,8 im Mittelfeld, weil ihre Datenblattwerte solide sind. Beim ADAC ist sie durchgefallen. Diese Zahl kann unsere Rechnung nicht sehen, und deshalb steht das Institutsurteil auf der Geräteseite direkt neben unserer Punktzahl, statt dass eine die andere still überstimmt.
Ein Nachtrag zum Testsieger, der beim Lesen des ADAC-Urteils wichtig ist: Bluetti führt die AC-Reihe in Europa nicht mehr. Die Produktseiten der AC180P und der AC180 antworten seit August 2026 mit einer Fehlermeldung, die Sortimentsseite des deutschen Shops listet nur noch die Elite-Reihe und die Apex 300. Das beste unabhängig geprüfte Gerät, das man heute noch beim Hersteller bekommt, ist damit die EcoFlow DELTA 3 Plus mit der ADAC-Note 2,1.
DELTA 3 Plus
Wie man einen Test liest
Zuerst auf das Datum schauen. Ein Test von 2023 beschreibt einen Markt, den es nicht mehr gibt. Von den elf Geräten des Warentests ist die EcoFlow River 2 Max eines der wenigen, die heute noch im Handel sind.
Dann auf die Geräteklasse. Der Warentest prüfte 400 bis 644 Wattstunden. Wer eine Station für den Stromausfall sucht, ist zwei Klassen darüber unterwegs, und dort sagt dieser Test nichts.
Dann auf die Gewichtung. Beim ADAC macht die Handhabung 35 Prozent aus, also Tragen, Bedienen, Verarbeitung. Wer die Station fest in einen Camper einbaut und einmal im Jahr anfasst, dem ist dieses Drittel weitgehend egal. Wer sie jedes Wochenende ein- und auslädt, dem nicht.
Und zuletzt auf die Sicherheitsbefunde. Sie sind der Teil eines Tests, der sich nicht relativieren lässt. Eine mittelmäßige Ladezeit ist ärgerlich. Ein nicht entkoppelter DC-Eingang, der das Bordnetz beschädigen kann, ist ein Grund, ein Gerät nicht zu kaufen.
Was ein Test nicht leisten kann
Kein Institut prüft laufend nach. Zwischen dem ADAC-Test und heute liegen über ein Jahr und mehrere Gerätegenerationen: Die Anker SOLIX C1000 hat einen Nachfolger bekommen, EcoFlow hat die RIVER 3 Plus Serie für Deutschland eingestellt, Bluetti hat die Elite-Reihe erneuert. Für keines dieser Geräte gibt es ein unabhängiges Urteil.
Deshalb steht auf unseren Geräteseiten beides: das Urteil eines Instituts, wo es eines gibt, und daneben eine Zahl, die für jedes Gerät nach denselben Regeln aus den Datenblättern entsteht. Die eine Zahl altert mit dem Testdatum, die andere mit dem Datenblatt. Wer beide nebeneinander sieht, kann selbst entscheiden, welcher er in seinem Fall mehr Gewicht gibt.
Häufige Fragen
Gibt es einen aktuellen Powerstation-Test von Stiftung Warentest?
Nein. Der letzte eigenständige Test stammt vom 20. Juli 2023. Geprüft wurden elf Geräte mit 400 bis 644 Wattstunden Kapazität und 300 bis 700 Watt Dauerleistung, fünf davon bekamen die Note gut. Für die Geräteklassen, die heute den Markt bestimmen, also 1 bis 2 Kilowattstunden, liegt kein Warentest-Urteil vor.
Welche Powerstation hat der ADAC getestet und wer hat gewonnen?
Der ADAC hat am 11. Juni 2025 acht Modelle geprüft. Testsieger wurde die Bluetti AC180P mit der Note 2,0. Ebenfalls gut bewertet wurden EcoFlow Delta 3 Plus (2,1), Allpowers R1500 (2,5) und Anker Solix C800 Plus (2,5). Durchgefallen sind die Ective BlackBox 10 und die Jackery Explorer 1000 v2, beide mit 5,0.
Warum hat der ADAC die Jackery Explorer 1000 v2 mit mangelhaft bewertet?
Wegen eines Sicherheitsbefunds, nicht wegen schwacher Leistung. Das Gerät hat zwei DC-Eingänge, die nicht voneinander entkoppelt sind. Nach Darstellung des ADAC kann das zu Schäden am 12-Volt-Bordnetz führen. Dieselbe Begründung traf die Ective BlackBox 10. Beide Geräte wurden deshalb in Sicherheits- und Gesamtnote abgewertet.
Warum weicht unsere Bewertung von den Testurteilen ab?
Weil wir etwas anderes messen. Unsere Punktzahl entsteht aus acht Kriterien, die alle aus Datenblattwerten gerechnet werden: Energiedichte, Dauerlast je Wattstunde, Zyklen, Solareingang, Ladezeit, Garantie und so weiter. Ein Institut stellt das Gerät auf den Tisch, misst nach und schraubt es auf. Beides hat seine Grenzen: Wir sehen keine losen Kontakte, ein Test von 2023 sieht keine Geräte von 2026.
Kann ich mich auf einen Test von 2023 verlassen?
Für die Methode ja, für die Geräteauswahl nein. Wie geprüft wird, ändert sich langsam. Was geprüft wurde, ist nach drei Jahren oft nicht mehr im Handel: Der Testsieger von 2023, die EcoFlow River 2 Max, ist eines der wenigen Geräte aus diesem Test, das es heute noch gibt. Wer einen Test liest, sollte immer zuerst auf das Datum schauen.
Kann ich den ADAC-Testsieger heute noch kaufen?
Beim Hersteller nicht mehr. Bluetti führt die AC-Reihe in Europa seit August 2026 nicht mehr: Die Produktseiten der AC180P und der AC180 antworten mit einer Fehlermeldung, im deutschen Shop stehen nur noch die Elite-Reihe und die Apex 300. Im Handel können Restbestände liegen. Das bestbewertete Gerät aus dem ADAC-Test, das der Hersteller weiterhin führt, ist die EcoFlow DELTA 3 Plus mit der Note 2,1.
Worauf achten die Prüfinstitute?
Der ADAC gewichtet Handhabung mit 35 Prozent, Funktion mit 35 und Ausstattung mit 30 Prozent, dazu kommen Sicherheitsprüfungen wie Kurzschlussfestigkeit und Überlastabschaltung. Stiftung Warentest bewertete 2023 Funktion, Umwelteigenschaften einschließlich Geräusch und Wirkungsgrad, Handhabung und Sicherheit. Beide prüfen also Dinge, die man einem Gerät im Laden nicht ansieht.
Michael Dymny
Gründer und Redakteur · Veröffentlicht am 04. Oktober 2026
Quellen
- ADAC, Mobile Powerstations im Test (11. Juni 2025)
- Stiftung Warentest, Powerstations im Test: Steckdosen für unterwegs (20. Juli 2023)
- Stiftung Warentest, Einzelergebnis EcoFlow River 2 Max
- Stiftung Warentest, Powerstations im Test: So haben wir getestet
Die Bewertung entsteht aus diesen Angaben und den Datenblättern der Hersteller. Eigene Labormessungen führen wir nicht durch. Wie wir bewerten
